Website-Konzeption

Sturmacker
Sturmacker

Einleitung

  • Ein Konzeptionsprozess sieht analog zu einem Softwareentwicklungsprozess und einem Projektablauf bestimmte Stufen vor.
  • Die nachfolgende Auflistung ist eine Vorlage zu einem Konzept und beinhaltet somit diverse Hinweise und Punkte, welche bereits in der Entscheidungsvorlage im Lastenheft thematisiert worden sind und im Pflichtenheft wieder aufgegriffen werden.
  • Ein Konzept kann neben den Inhalten und Funktionalitäten in beschreibender Weise auch erste Ansätze für tatsächliche Inhalte (Texte und Bilder) beinhalten.
  • Die Finalisierung der Inhalte wird in der Regel erst parallel zur technischen Realisierung erfolgen, die Festlegung der Funktionalitäten vorab im Pflichtenheft.

Zielsetzung

  • Im Rahmen der Zielsetzung gilt es die Positionierung der Website, der Applikation, des Systems oder des Portals zu definieren;
  • Was sind die Ziele und der Umfang des Projekts?
  • Wo liegt der Nutzen für den Auftraggeber?
  • Wer ist die Zielgruppe? Zum Beispiel: Welche spezifischen Interessen haben die potentiellen Benutzer? Was könnte sie darüber hinaus bzw. generell interessieren?
  • Wo liegt der Nutzen für die Zielgruppe?
  • Welche Rahmenbedingungen gilt es für die Nutzung zu berücksichtigen?
  • Wie vertraut sind die potenziellen Benutzer mit der Computernutzung und dem Web?
  • Auf welchen Plattformen, mit welchen Browsern und mit welchen Bildschirmauflösungen muss/kann gerechnet werden?

Anforderungen

  • Reflektion der formalen und inhaltlichen Anforderungen durch den Kunden und der zu erwartenden Anforderungen seitens der Zielgruppe. Technische Anforderungen sind bereits im Lastenheft zu nennen und im Pflichtenheft verbindlich festzulegen. Gleiches gilt für Angaben zur technischen Weiterentwicklung bzw. zum Support für laufende Systeme.
  • Festlegung des Schwerpunktes und Abwägung zwischen Eigeninteressen (Auftraggeber) und anwenderorientiertem Mehrwert (Zielgruppe) unter Berücksichtigung folgender Fragestellung (3E: Educated, Entertained, Engaged):
    • Handelt es sich mehr um ein Kommunikations- und Informationsinstrumentarium zur Vermittlung von Wissen mit wiederkehrendem Nutzen für die Zielgruppe (Educated),
    • oder um ein aktions- und interaktionsorientiertes Instrumentarium mit regelmäßigem Nutzen (Entertained),
    • oder und ein Instrumentarium mit permanentem Nutzen, welches für Planungs- und Organisationsaufgaben verwendet wird (Engaged).

Vision und Strategie

  • Nach der Positionierung und nach Abwägung der zu leistenden Anforderungen kann eine Vision (Szenarien und Ausbaustufen; mittel- und langfristige Entwicklungen) formuliert werden und die Ausarbeitung einer Strategie erfolgen.

Überprüfung

  • Die Überprüfung der Ergebnisse findet unter Berücksichtigung von Wettbewerbern und dem Stand technischer Entwicklungen statt und fungiert als Definitionshilfe für das Benchmarking.

Sondierung und Spezifizierung

  • Bedürfnisse der Zielgruppe. Unter Einbindung bzw. Befragung der potentiellen Benutzer bzw. eine ausgewählten Benutzerkreis auf Seiten des Auftraggebers und der Zielgruppe.
  • Anwendungsfälle. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Erfassung von alltäglichen Handlungen, welche im Sinne einer Arbeitserleichterung und einer Unterstützungsfunktion fungieren im System zur Verfügung stehen sollen.
  • Geschäftsprozesse. Unter Einbindung bzw. Betrachtung von existierenden Offline- und Online-Prozessen, wobei z.B. im Falle eines Portals zwischen den Einzelanwendungen die Abhängigkeiten und Bezugspunkte ausgemacht und die gegenseitigen Beeinflussungen und Auswirkungen aufgezeigt werden müssen.
  • Inhalte und Daten.
    • Wie groß ist der ungefähre, inhaltliche Umfang?
    • Welche Inhalte sind geplant? – Benennungen und Reihenfolge stellen noch nicht die Informationsarchitektur oder Navigationsstruktur dar.
    • Wie werden die Inhalte vermittelt? – Tonalität, Stil, Medien eventuell mit Hilfe eines Textbooks für Schreibweisen.
  • Informationsarchitektur (z.B. Sitemap) und Navigationsarchitektur (z.B. Wireframes) – Unter Einbindung der Anwendungsfälle und Integrationsmöglichkeiten der Geschäftsprozesse, dem grundlegenden Erscheinungsbild, den Verortungen, dem Seitenaufbau, den Seitenelementen und den Funktionalitäten.
  • Informationsdesign respektive der zusammenzuführenden Inhalte (Text und Bild), Funktionalitäten und Navigationsstruktur auf exemplarischen beziehungsweise stellvertretenden Seiten im Fall von umfangreichen Websites und Portalen und dem spezifischen Erscheinungsbild, eventuell in einem extra anzufertigenden Design-Konzept unter Einbindung eines anzufertigenden oder vorhandenen beziehungsweise zu ergänzenden Styleguides im Sinne des Corporate Design und der Corporate Identity.
  • Interaktionsdesign (z.B. Buttons, Formulare etc.) – Beschreibung, Festlegung und Gestaltung der Interaktionselementen und ihrer »Verhaltensweisen« bei der Benutzung (MouseOver, Touch, Gesten etc.)
  • Funktionalitäten. Unter Berücksichtigung der technologischen Rahmenbedingungen und mit Hinweisen auf das Pflichtenheft.

Begleitende Maßnahmen

  • Durch welche Kommunikationsmaßnahmen kann der Livegang beziehungsweise die »Überführung in die Linie« begleitet werden, um die optimale Wirkung zu erreichen?